Es sind verschiedene Materialien für Teppichböden im Einsatz. Dazu zählt beispielsweise das strapazierbare Polyamid (synthetische Faser), das pflegefreundlich ist und unter anderem die Optik von Wolle imitieren kann. Sisal (Naturfaser) basiert auf Blättern von Agaven, woraus eine feste Struktur entsteht. Sisalteppiche sind sehr robust, dürfen aber nicht nass werden. Wolle (Eiweißfaser) wiederum reguliert das Raumklima, da sie Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und wieder abgeben kann.
Tipp: Um zu wissen, welche Faserart vorliegt, eignet sich die Brennprobe. Dazu entfernt man einzelne Fasern aus dem Belag und dreht sie zu einem Garn. Nach dem Anzünden lassen sich die Fasern je nach Geruch, Rückstand oder Brennverhalten unterscheiden.
Ob Reinigungsmittel, Mechanik oder Temperatur – die Fasern reagieren sehr unterschiedlich auf verschiedene Reinigungsansätze. Während zum Beispiel Naturfasern gegenüber säurehaltigen Reinigungsmitteln (pH-Wert unter 3) sehr empfindlich sind, sind synthetische Fasern beständig (Ausnahme: Polyamid). Starke Mechanik verkraften Natur- und synthetische Fasern in der Regel recht gut, während Eiweißfasern auf zu viel Mechanik sehr empfindlich reagieren. Moderne Reinigungstechnik liefert mit Kaltwasser sehr gute Ergebnisse. Wird mit einem beheizten Sprühextraktionsgerät gearbeitet, so ist zu beachten, dass Natur- und Eiweißfasern ab 40 °C empfindlich reagieren können. Fachgerechtes Reinigen ist also nur möglich, wenn die Faserart bekannt ist.