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Afrikanische Schweinepest: Vorsorge durch Reinigung

Mit dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Belgien im September 2018 hat das Virus Mitteleuropa erreicht. Seit Längerem sind Krankheitsfälle aus einigen Gebieten Osteuropas, Sardinien, Teilen Afrikas und Chinas bekannt. Eine Einschleppung in weitere mitteleuropäische Länder über Reiseverkehr, Jagdtourismus oder Güter- bzw. Tierverkehr wird deshalb nicht mehr ausgeschlossen. Durch die richtige Reinigung im Betrieb können Landwirte einen wichtigen Beitrag leisten, um ihre Bestände zu schützen.

Schweinezucht

Kompromisslose Hygiene schützt

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Wild- und Hausschweine betrifft und für sie tödlich sein kann. Die Verbreitung des ASP-Virus erfolgt häufig durch das unachtsame Entsorgen von kontaminierten Lebensmittelabfällen. Kompromisslose Hygiene im Betrieb ist unabdingbare Voraussetzung, um eigene Tierbestände effektiv vor dem Virus zu schützen. Damit die Seuche erst gar nicht ausbricht, sollten folgende Schritte zur Vorbeugung durchgeführt werden:

Schritt 1: Prüfung der Organisation des Betriebs

Prinzipiell ist es ein Muss, sich strengstens an die Vorgaben der EU zur Biosicherheit zu halten (Futtermittelhygiene EG 183/2005, Lebensmittelhygiene EG 852/2004, Lebensmittelsicherheit EG 178/2002,Tiergesundheitsrecht EU 2016/429).

In Absprache mit dem Hoftierarzt gilt es, die bekannten Übertragungswege von ASP zu unterbinden, also den Kontakt zu Personen, Futter, kontaminierten Nahrungsmitteln, Speise- und Schlachtabfällen, aber auch zu Gülle (Mist), Gerätschaften, oder Fahrzeugen (z. B. Viehtransporter). Auch Kleidung muss berücksichtigt werden.

Durch die Prüfung können gegebenenfalls die Zugangsbeschränkungen zu den Ställen, die Planung und Einhaltung der Zu- und Abfahrtswege, Zäune zum strikten Fernhalten von Wildschweinen und die Lagerung von Futter- und Betriebsmitteln angepasst werden.

Vorgaben und Gesetze

Schritt 2: Prüfung der Hygienearbeiten

Auch die Hygienearbeiten im Betrieb sind zu prüfen. Bei Bedarf ist die Reinigung in den Stalleinheiten und zugehörigen Räumen, z.B. über eine strikte Trennung in Schwarz- und Weiß-Bereiche, vorzunehmen.

Die Einteilung in einen schmutzigen Schwarz- und sauberen Weiß-Bereich bringt nicht nur die stringente Einhaltung von Duschen und Bekleidungswechsel für Stallbesucher und Mitarbeiter (sowie für die Betriebsleiterfamilie) mit sich, sondern auch die konsequente Reinigung beider Bereiche in der Abfolge Weiß vor Schwarz. Dabei können im Weißbereich Nass-/Trockensauger und Dampfreiniger die Effektivität der Reinigung von Wänden, Böden, Nassbereichen aber auch von Gegenständen, wie Spinden und Schuhen wesentlich erhöhen und die Arbeitszeit deutlich reduzieren.

Lupe

Schritt 3: Dokumentation aller Maßnahmen

Alle Maßnahmen zur Erhöhung der Biosicherheit sollten dokumentiert werden. Das schafft ein hohes Maß an Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Zudem bietet eine ausführliche Dokumentation einen Überblick, um auch bei hohen Biosicherheits-Standards den Aufwand überschaubar zu halten und trotzdem den bestmöglichen Schutz der Schweine im Betrieb zu gewährleisten.

Checkliste

ASP-Vorsorge auf einen Blick

Stallreinigung mit Heißwasser

Ergebnisverbesserung durch Heißwasser-Hochdruckreiniger

Die Nutzung von Heißwasser-Hochdruckreinigern verbessert das Reinigungsergebnis um bis zu 40 Prozent und beschleunigt durch die Wärme den Abtrocknungsprozess der sauberen Flächen. Die so eingesparte Zeit kann u.a. für die konsequente Reparatur von kleinen Rissen, Spalten oder Löchern genutzt werden, um Kontaminationsherden für Bakterien und Viren vorzubeugen. Schadnager und andere Keimträger werden ebenfalls so draußen gehalten. Auch außerhalb der Stallung sind diese vorbeugend routinemäßig zu bekämpfen. Das trägt zusätzlich für die Unterbrechung von Infektionsketten bei.

Reinigung im Außenbereich

Anforderungen an den Einsatz mobiler Hochdruckreiniger

Die hohe Biosicherheit, die bei stationären Hochdruckreinigern durch die feste Montage an einem Ort einhergeht, kann mit mobilen Geräten auch erreicht werden. Hierzu muss der mobile Hochdruck-Reiniger stets im Freien oder im Vorraum der Stalleinheit verbleiben, damit Kontakt mit den Keimen im Stall vermieden wird. Wie das übrige Werkzeug im Betrieb müssen für jede Stalleinheit Schlauch und Pistole mit Lanze gesondert vorhanden sein. Wichtig ist hier, dass bei Schlauchlängen größer 60 m eine Prüfung und gegebenenfalls Anpassung des Schlauchdurchmessers vorgenommen wird, um Druckverluste zu vermeiden.

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