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Nachhaltige Reinigungsmittel: Vom Konzept bis zur Serienfertigung

Reinigungsmittel müssen heutzutage viele Anforderungen erfüllen. Immer wichtiger werden dabei ökologisch nachhaltige Prozesslösungen. Kärcher stellt sich dieser Herausforderung in den neuen Chemie- und Testlaboren am Standort in Winnenden. Ein Überblick über die Entstehung nachhaltiger Reinigungsmittel.

Testlabor für Reinigungsmittel bei Kärcher

Anforderungen an ein Reinigungsmittel

Reinigungsmittel müssen heutzutage viele Anforderungen erfüllen. Sie sollen Schmutz wirksam bekämpfen, effizient im Einsatz sein und für die Anwender und die Umwelt keine Risiken bergen. Immer wichtiger werden dabei ökologisch nachhaltige Prozesslösungen, die neben dem schonenden Umgang mit Ressourcen und Materialien auch die Chemie-, Wasser- und Energieeffizienz zusammen mit dem Reinigungsprozess als Ganzes im Blick haben. Kärcher stellt sich dieser Herausforderung in den neuen Chemie- und Testlaboren am Standort in Winnenden und macht damit einen weiteren wichtigen Schritt, um Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit zu vereinen.


Wie entstehen nachhaltige und effiziente Reinigungsmittel bei Kärcher?

Eigentlich ist ein Reinigungsmittel ein ganz normales Produkt. Ganz am Anfang steht die Produktidee. Trends, Normen, Technologien und neue Geschäftsmodelle fordern neue, ressourcenschonende Produkte und nehmen damit Einfluss auf die Entwicklung.

Diese erstreckt sich bei Kärcher klassisch von Produktkonzept und Lastenheft über Prototypen und Realitätscheck bis zur Serienfertigung. Seit 40 Jahren entwickelt Kärcher seine Reinigungsmittel selbst und bewegt sich dabei immer mehr in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit: Kärcher Reinigungsmittel sind hoch wirksam und tragen dabei Gesundheit, Umwelt und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen Rechnung.

Wie auch bei anderen Produkten üblich, startet der Entwicklungsprozess der umweltfreundlichen Reinigungsmittel mit der Produktdefinitionsphase. Im Mittelpunkt steht die Frage, was das neue Reinigungsmittel von Kärcher leisten soll – zum Beispiel ökologisch abbaubare Substanzen aufweisen. Anschließend werden diese Anforderungen in einem Lastenheft vom Produktmanagement an die Chemiker übergeben.

Produktdefinitionsphase

Während der Konzeptphase in der Chemieentwicklung des Reinigungsmittelkompetenzzentrums von Kärcher werden nun Konzeptvorschläge durchgespielt und Funktionsmuster für die nachhaltigen Produkteigenschaften erstellt. Denn das Reinigungsmittel muss später neben den umweltschonenden Aspekten weitere Funktionen erfüllen, wie etwa Öl lösen, die Schaummenge reduzieren oder Härtebildner binden, um Kalkbildung zu verhindern.

Konzeptphase

Das Konzeptmittel wird von den Chemikern bei Kärcher im Hinblick auf die nachhaltige Qualität und Reinigung stetig optimiert. Dafür müssen Rezeptur, Reihenfolge der Inhaltsstoffe und die Stabilität der Produkte getestet werden. Dabei haben die Experten stets die gesamtheitliche Nachhaltigkeit des Produkts im Blick.

Bei der Rohstoffauswahl müssen vier Punkte stimmen: Produktleistung, Abbaubarkeit, nachhaltige Rohstoffgewinnung und der Rohstoffpreis. Grundsätzlich nicht verwendet werdenRohstoffe, die gewässergefährdend oder nicht biologisch abbaubar sind, in Verdacht stehen krebserregend oder erbgutschädigend zu sein oder sonstige negative Eigenschaften aufweisen.

Leistungsstarke Inhaltsstoffe auf Basis natürlicher und nachwachsender Rohstoffe gibt es mittlerweile einige – etwa Tenside, die auf Zucker aufgebaut sind, natürliche Lösungsmittel wie Bioalkohole oder natürliche Säuren.

Optimierung des Reinigungsprodukts

Anschließend wird im Kärcher-Labor getestet, wie wirksam das ökologische Mittel bei der Reinigung ist. Hierfür wird genormter Testschmutz für Haushalt und Industrie bei gleichmäßigem Druck und gleichmäßiger Geschwindigkeit von standardisierten Testplatten gelöst. Hier werden zum einen einzelne Inhaltsstoffe analysiert; zum anderen das komplette Produkt, das aus bis zu dreißig Komponenten besteht.

Kärcher-Labor

Wurde das Konzept unter Berücksichtigung der ressourcenschonenden Aspekte erfolgreich getestet, geht der Prozess in die Detaillierungsphase über. In dieser wird der neue Reiniger im Pflichtenheft für die finale Entwicklung bis ins Detail definiert.

Detaillierungsphase

Im folgenden Kärcher-Realitätscheck werden die Fähigkeiten des nachhaltigen Reinigungsmittels außerhalb des Labors getestet und das neue Produkt mit Scheuersaugmaschine, Wischmopp und Co. eingesetzt. Dabei werden etwa die Reinigungsleistung, die korrekte Schaummenge, der pH-Wert und die Streifenbildung im Reinigungseinsatz untersucht.

Kärcher-Realitätscheck

Es folgt die Vorserienphase, in der größere Mengen des nachhaltigen Reinigers von Kärcher produziert und Kunden im Feldtest vorgestellt werden. Dieser letzte Härtetest beinhaltet neben dem Reinigungsverhalten in der täglichen Anwendung auch Fragen zu Duft und Haptik des Produkts.

Finale Testphase

In der finalen Hochlaufphase folgt die Markteinführung mit der Serienfertigung des neuen Reinigungsmittels auf nachhaltiger Basis.

Markteinführung und Serienfertigung

Für die Serienfertigung nimmt bei Kärcher auch das Behältnis einen hohen Stellenwert ein. Denn Chemie und Verpackung müssen zusammenpassen. Dadurch werden Verformungen nach dem Diffundieren von Alkohol vermieden; zudem müssen die Behältnisse auch Falltests überstehen.

Darüber hinaus werden viele Reinigungsmittel in Sprühflaschen eingesetzt, die in der Handhabung ergonomisch sein müssen und das Einatmen von Aerosolen bestmöglich verhindern. Selbstverständlich werden bei Kärcher auch die Behältnisse im Hinblick auf Nachhaltigkeit geprüft und optimiert. Die Gebinde, Deckel und Etiketten müssen aus recyclebaren Rohstoffen bestehen und einen möglichst hohen Anteil an Recyclat enthalten. Nicht recyclebare Verpackungen wie z.B. Kunststoff-Verbundwerkstoffe sind ausgeschlossen.

Im Fokus stehen auch Abfallvermeidung und Energieeffizienz: Der Produktionsablauf wird so geplant, dass möglichst kein  Abwasser anfällt. Die Rohrleitungen zu den Mischkesseln werden mit dem Wasser gespült, das auch in der Rezeptur enthaltenen ist. So entfällt die gesonderte Reinigung der Rohre, das heißt von Kärcher wird kein rohstoffhaltiges Wasser Richtung Kläranlage entsorgt. Der Produktionsprozess gestaltet sich energiearm. Energie benötigt nur das Pumpen der Rohstoffe, das Rühren im Mischbehälter sowie die Abfüllanlage. Produkte, die bei der Produktion erwärmt, oder deren Rohstoffe vor der Produktion auf Temperatur gebracht werden müssen, gilt es zu vermeiden.

Im folgenden Interview lesen Sie mehr.

Serienfertigung des Reinigungsmittels

Nachhaltigkeit bei Reinigungsmitteln – Nachgefragt bei Frank Ritscher, Leiter für Forschung und Entwicklung der chemischen Substanzen bei Kärcher

Herr Ritscher, Sie leiten das neue Kärcher Reinigungsmittelkompetenzzentrum in Winnenden. Hier entstehen sämtliche Reinigungsmittel für Kärcher. Was muss ein Reinigungsmittel von Kärcher leisten, insbesondere mit Blick auf das Thema Nachhaltigkeit?

Zuerst muss man wissen, dass wir bei Kärcher fast ausschließlich nachhaltige Reinigungsmittel produzieren. Nachhaltigkeit bedeutet für uns, dass es sich um eine gesamtheitlich nachhaltige Lösung handeln muss. Das Produkt zum Reinigen muss also nicht nur auf Basis natürlicher Substanzen produziert werden, für die Herstellung dürfen auch keine sonstigen Ressourcen aufgebraucht werden.

Ich sage mal so: Was nützt uns eine Reinigungslösung auf ökologischer Basis, wenn dafür andere natürliche Ressourcen, wie beispielsweise Regenwälder vernichtet werden? Darum ist uns vor allem ein weitsichtiger Umgang wichtig, der das Überleben von natürlichen Rohstoffen sichert.

Und last but not least: Ein nachhaltiges Reinigungsmittel von Kärcher muss funktionieren. Es muss genauso effizient sein wie konventionelle Produkte, sonst wird es am Markt und beim Verbraucher nicht erfolgreich sein.  

Seit November 2018 arbeiten Sie im neuen Kärcher Reinigungsmittelkompetenzzentrum in Winnenden. Wie wirkt sich die neue Umgebung auf Ihre Arbeit und die nachhaltige Produktion aus?

Unsere Möglichkeiten rund um die Optimierung der ressourcenschonenden Prozesse haben sich durch das neue Kärcher Kompetenzzentrum stark verbessert. Besonders das 240 Quadratmeter große chemische Labor mit modernstem wissenschaftlichen Equipment bedeutet eine starke Verbesserung.

Zudem haben wir direkt vor Ort ein Textilprüflabor und eine neue anwendungstechnische Testumgebung. Unsere Entwickler können dort mit modernster Messtechnik Faserzusammensetzung und Verarbeitung der nachhaltigen Reinigungsprodukte detailgenau auf Zug-, Druck- und Waschbeständigkeit sowie Abrieb untersuchen. Im Chemielabor haben wir Zugriff auf über 1.000 Rohstoffe der chemischen Industrie.

Neben der hochmodernen Ausstattung ist der größte Vorteil, dass wir bei Kärcher jetzt alles an einem Ort haben – das spart Zeit und Ressourcen. Unser neues Reinigungsmittelkompetenzzentrum in Winnenden gibt uns also die Möglichkeit, nicht nur unsere Produkte, sondern auch unseren Produktentstehungsprozess deutlich nachhaltiger zu organisieren.

Kärcher ist Weltmarktführer für Reinigungstechnik. Was heißt das für die Produktion nachhaltiger Reinigungsmittel?

Grundsätzlich gilt für uns, was für alle Entwickler gilt: Wir wollen immer das perfekte Produkt herstellen. Dann gibt es aber natürlich Rahmenbedingungen, wie beispielsweise den Verkaufspreis, die ebenfalls eine wichtige Rolle hinsichtlich der nachhaltigen Realisierung spielen. Ein Reinigungsmittel von Kärcher muss für uns immer eine Optimierung zu einer bereits bestehenden Lösung sein. Die Verbesserung kann zum Beispiel im Bereich Effizienz oder aber auch bei der Nachhaltigkeit eines Produkts erzielt werden. Es wird also entweder Bestehendes verbessert oder Neues entwickelt.

Welche Nachhaltigkeitskriterien müssen Reinigungsmittel von Kärcher erfüllen?

Sämtliche Reinigungsmittel von Kärcher sind seit 2012 mit dem Sustainable Cleaning Label zertifiziert. Das Label kennzeichnet Produkte, die in Unternehmen hergestellt wurden, die sich zu nachhaltigem Handeln bekennen.

Zudem erfüllen etliche unserer mehr als 600 unterschiedlichen Reinigungsmittel die Anforderungen internationaler, nachhaltiger Umweltzertifikate, wie des EU Ecolabels oder des Nordic Swan Ecolabels, die zu den strengsten weltweit zählen.

In welchem Bereich besteht das größte Entwicklungspotenzial, um die Reinigungsmittel von Kärcher noch nachhaltiger zu machen?

Das größte Optimierungspotenzial im Bezug auf Nachhaltigkeit besteht zweifellos im Bereich der Reinigungsmittelverpackungen. Hier spielt das Thema Mikroplastik eine große Rolle. Gleichzeitig bestehen erhebliche Vorschriften, da viele Reinigungsmittel aufgrund ihrer chemischen Inhaltsstoffe eine besondere Verpackung benötigen.  Derzeit arbeiten wir im Reinigungsmittelkompetenzzentrum intensiv an der Entwicklung recyclebarer Gebinde (Behältnisse), die diese Anforderungen erfüllen und einen wichtigen Beitrag zum Thema Umweltschutz leisten. 

Frank Ritscher

Nachhaltige Produkte für die Gebäudereinigung

Unsere Produktlinie für Gebäudereiniger umfasst alle Konzentrate und fertigen Reiniger, die für die Innen-Reinigung benötigt werden: Sanitär-Grundreiniger, Sanitär-Unterhaltsreiniger, Oberflächenreiniger, Glasreiniger und Bodenreiniger. Die Produkte tragen alle das EU-Ecolabel und das österreichische Umweltzeichen. Einige Produkte sind außerdem von Nordic-Swan zertifiziert.

CA 10 C     CA 20 C     CA 20 R     CA 30 C     CA 30 R     CA 40 R     CA 50 C

Reinigung eines Waschraums mit nachhaltigem Kärcher Reinigungsmittel