Luftreiniger: Luftqualität erhöhen, Risiken minimieren

Die Wirksamkeit von Luftreinigern gegen Viren und infektiöse Aerosolpartikel rückt in Zeiten der Corona-Pandemie verstärkt in den Vordergrund. Denn vor allem in geschlossenen Räumen besteht das Risiko, dass gesundheitsschädliche Stoffe Krankheiten oder Infektionen verursachen. Mithilfe einer hocheffizienten Filtertechnik können Luftreiniger ansteckende oder gefährdende Substanzen in der Raumluft reduzieren und die Aerosolkonzentration auf einem niedrigen Niveau halten. Damit eignen sie sich für das eigene Zuhause aber auch für Schulen und Kindergärten, Büros, die Gastronomie, für Pflegeheime und Arztpraxen oder auch den Einzelhandel.

Luftreiniger

Was Luftreiniger leisten können und welche Parameter entscheidend sind

Gerade in der Arbeitswelt, etwa in Büros, öffentlichen und medizinischen Einrichtungen, in Hotels und Restaurants hat eine saubere und keimfreie Luft eine besondere Bedeutung. In der Praxis beeinträchtigt allerdings gerade an diesen Orten schlechte Luft häufig das Wohlbefinden und kann zu gesundheitlichen Problemen führen.

Einige Krankheitserreger, wie etwa das Coronavirus, gelangen als Bestandteil größerer Aerosolpartikel in die Raumluft. In geschlossenen Räumen besteht deshalb die Gefahr, dass sich Menschen indirekt infizieren, auch wenn Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden.

Raumluftreiniger können etwa mithilfe von HEPA-Filter mit einem besonders hohen Abscheidegrad auch kleinste Partikel im Bereich weniger Mikrometer wirksam aus der Luft filtern und zurückhalten*.

* Abscheidegrad: H13: 99,95 %; H14: 99,995 % (bei einer Partikelgröße von 0,1 - 0,2 Mikrometer)

Luftreiniger sind keine neue Erfindung, stehen seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie aber im Fokus vieler Investitionsplanungen. Der Hintergrund: In geschlossenen Räumen sind sie ein probates Mittel, um nicht nur die Konzentration von Schadstoffen, Allergenen und Feinstaub, sondern auch von Krankheitserregern zu reduzieren. Es gibt allerdings verschiedene Techniken, und auch hinsichtlich Luftdurchsatz, Filter und Lautstärke sind viele Varianten verfügbar. Zwar schaffen Luftreiniger immer eine Verbesserung der Luftqualität und ein reduziertes Infektionsrisiko, egal ob in Büros, Wartebereichen, Klassenzimmern oder in den eigenen vier Wänden. Doch wer die Anschaffung plant, sollte sich vorab umfassend informieren, um die Technik bestmöglich zu nutzen.

AF 100 Wartezimmer

Vorfilter, Aktivkohle, (H)EPA: Die richtige Technik

Es gibt verschiedene technische Möglichkeiten, die Luftqualität in geschlossenen Räumen zu erhöhen und Schadstoffe aus der Atemluft zu entfernen: Ozongeneratoren, Luftreiniger mit Ionisatoren oder UVC-Lampen und Luftreiniger, die auf Ventilatoren basieren und mit Filtern arbeiten.

Luftreiniger mit Ventilatoren sorgen für einen Luftstrom in Richtung Gerät. Die Luft wird angesaugt, durch Filter geleitet und wieder ausgestoßen. So werden gesundheitsschädliche, allergieauslösende Schwebstoffe und Gase absorbiert, die Luftqualität verbessert sich. Gleichzeitig entstehen keinerlei schädliche Substanzen durch Luftveränderung.

Funktionsweise AF 100

Viele Ventilationsgeräte mit Filter arbeiten mit einem absaug- und/oder waschbaren Vorfilter, der zur Schonung des empfindlichen Schwebstoff-Filters größere Partikel, Tierhaare & Co. aus der Luft herausnimmt. Nachgelagert kann ein Aktivkohle-Filter verwendet werden, der gasförmige Verunreinigungen über das Prinzip der Adhäsion bindet: Gerüche, Gase und Chemikalien verfangen sich darin und werden somit wirksam zurückgehalten.

AF 100 Filter

Das Herzstück eines Luftreinigers mit Ventilation ist der Schwebstofffilter, im Allgemeinen als HEPA-Filter bekannt. Sie bestehen aus hauchdünnen Kunststofffäden, die zu einem Vlies verwoben werden, und erzeugen ihre filternde Wirkung unter anderem über elektrostatische Aufladung. Für HEPA-Filter gibt es verschiedene Klassifizierungen. Darin ist festgelegt, zu welchem Grad ein Filter diejenigen Partikel zurückhalten muss, die sich aufgrund ihrer Größe am schwersten filtern lassen. Gemäß der bekannten Filtereffekte liegt diese kritische Partikelgröße bei 0,1 bis 0,3 µm. Für H13-Filter ist definiert, dass sie Partikel dieser Größe zu 99,95 % aus der Luft entfernen, H14-Filter zu 99,995 %. Partikel, die kleiner oder größer sind, werden aufgrund verschiedener physikalischer Effekte sogar zu einem höheren Grad aus der Luft entfernt.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ist diese Information relevant, da das SARS-CoV-2-Virus eine Größe von etwa 0,1 µm besitzt und somit innerhalb der H13-/H14-Klassifizierung liegt. Viren sind allerdings immer an einen Wirt gebunden und treten gekoppelt an Aerosole auf, die deutlich größer sind als die Viren selbst. Somit sind bereits Geräte mit einem EPA-Filter der Klasse E11 dazu in der Lage, die Atemluft von einem Großteil infektiöser Aerosolpartikel zu befreien – denn sie entfernen Schwebstoffe einer Größe von 0,1 bis 1 µm zu 99,5 % aus der Luft. Dazu zählen neben virenbehafteten Aerosolen auch andere gesundheitsschädliche oder störende Partikel wie Pollen, Milben, Tierhaare, Hausstaub, Gas- und Geruchsstoffe oder Feinstaub.

AF 100 Detail

Raumgröße und Luftdurchsatz: Was passt wofür

Geht es um die Wahl eines passenden Geräts, so ist die Größe des Raumes zentral, in dem der oder die Luftreiniger aufgestellt werden sollen. Generell sollte die Luft in einem Raum dreimal pro Stunde gereinigt werden, um beispielsweise eine Wirkung gegen Allergene wie Pollen oder Milben zu erreichen. Geht es darum, das Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2 zu reduzieren, muss gemäß einer viel beachteten Studie der Universität der Bundeswehr München das Raumvolumen sechsmal pro Stunde umgewälzt werden.

AF 100 Zahnarzt

Hat ein Raum 60 Quadratmeter Grundfläche und 3 Meter Raumhöhe, so müssen demnach 180 Kubikmeter Luft in dieser Frequenz bewegt werden. Wählt man in diesem Fall einen Luftreiniger mit einem Luftdurchsatz von 550 Kubikmetern pro Stunde, so sollten zwei Geräte aufgestellt werden – am besten an gegenüberliegenden Wänden. So werden zwei Luftwalzen im Raum installiert, die die Raumluft zuverlässig in Richtung Luftreiniger bewegen. Außerdem sollte die passende Filterklasse vorliegen, also mindestens E11 oder besser H13/H14. Auch, wenn in Schulen, Gastronomie oder Büroräumen Luftreiniger korrekt eingesetzt werden, ist regelmäßiges Lüften erforderlich, um die nötige Frischluftzufuhr sicherzustellen.

 

Hinweis: Ein wesentlicher Punkt für den Erfolg im Alltagseinsatz von Luftreinigern ist zudem der kontinuierliche Betrieb. Insofern spielt in geräuschsensiblen Bereichen wie Klassenzimmern der Lärmpegel eine wichtige Rolle. Denn nur wenn das Betriebsgeräusch nicht als zu störend empfunden wird, entsteht die nötige Akzeptanz. Wie in der Arbeitsstättenverordnung vorgeschrieben, sollten auf der höchsten Stufe 50 dB nicht überschritten werden, was etwas mehr ist als die Lautstärke eines normalen Gesprächs