Referenz Daimler Truck AG
Ein Gespräch mit Dietmar Favorat, Global Advanced Technology Daimler Truck AG, über Oberflächenschutz und Reinigungschemie.
Sie sind Experte für Oberflächentechnik und für Daimler Trucks im Bereich Global Advanced Technology aktiv. Was sind die größten Herausforderungen in Ihrem Fachgebiet?
In meiner Arbeit geht es darum, mit passenden technischen Partnern potenziell zielführende Lösungen für Fragen rund um Oberflächentechnik zu entwickeln. Ein Beispiel für so ein Thema sind Winterdienstfahrzeuge. Um Korrosion durch die hohe Belastung zu vermeiden, haben wir für Unterbodenbeschichtung und Korrosionsschutz verschiedene Konservierungsmaterialien getestet. Dabei haben wir festgestellt, dass relativ wenige Kunden ein Konzept zur Fahrzeugreinigung hatten. Der Hintergrund: Wird mit Reinigungsmitteln gearbeitet, die die Konservierung angreifen, erzielen wir nicht den gewünschten Effekt. Also haben wir im nächsten Schritt verschiedene Beschichtungen und Reinigungsmittel getestet. Kärcher hat uns ebenso wie andere Hersteller bei dieser Aufgabe unterstützt, weshalb wir ein Reinigungskonzept entwickeln konnten, das unser Kundendienst als Empfehlung weitergibt. Wir übernehmen dafür bewusst keine Gewähr, da wir auf Faktoren wie Dosierung, Equipment oder Anwenderfehler keinen Einfluss haben.
Wo haben Sie Berührungspunkte zum Thema Industriereinigung, und welche Lösungen setzen Sie für Reinigungsaufgaben schwerpunktmäßig ein?
Zunächst hatte ich dazu gar keine Berührungspunkte, aber das hat sich geändert, als ich mit der Verschiffung unserer Trucks zu tun bekam. Von unserem Werk in Wörth am Rhein werden Lkw in die ganze Welt ausgeliefert, auch per Verschiffung. Dabei beschäftigen wir uns auch mit Themen wie dem Transportschutzwachs. Nach Applikationsversuchen im Technikum bei Kärcher haben wir Heißwasser-Hochdruckreiniger mit Dampfstrahl- und Powerdüsen bei uns im Werk getestet und festgestellt, dass wir damit und mit passenden Reinigungsmitteln sehr viel schneller ans Ziel kommen. Solche Erfahrungswerte geben wir weiter, sodass unsere Dienstleistungspartner davon profitieren.
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten: Was sollte(n) die nächste(n) Innovation(en) von Kärcher sein?
Die e-Mobility wird in den nächsten Jahren ein überproportionales Wachstum erfahren. Dazu gehört bei e-Trucks auch, dass Bauteile wie Batterie, E-Achse und E-Motor andere Anforderungen an Reinigungsprozesse stellen. Für elektrische Kontakte, Batterie und diverse elektrische Aggregate werden verschiedene Legierungen sowie Komponenten aus unterschiedlichen Materialien verarbeitet. Daher sollten Reinigungsmittel den passenden pH-Wert haben, um auf der Vielzahl unterschiedlicher Untergründe keine Beschädigungen zu verursachen. Wir arbeiten mit Kärcher seit 2019 daran, ein Reinigungskonzept zu entwickeln, das zum Werterhalt beiträgt und eine möglichst beschädigungsarme Reinigung von E-Fahrzeugen ermöglicht. Dabei geht es um die Frage des maximalen Oberflächendrucks, der erreicht werden darf, aber natürlich auch um ein passendes Reinigungsmittelkonzentrat. Da es sich um ein Zukunftsthema handelt, hoffe ich, dass Kärcher bald mit Lösungen am Start ist.
Welche Aspekte überzeugen Sie mit Blick auf Kärcher als Unternehmen?
Das Unternehmen hat eine attraktive Produktpalette sowohl bei den Reinigungskonzentraten als auch beim Equipment. Hervorzuheben sind die Fachkompetenz bei Neuentwicklungen und das anwendungstechnische Expertenwissen der Kollegen, mit denen ich zu tun hatte. Ich erlebe selten eine so ausgeprägte Experimentierfreude.