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Effektive Fassadenreinigung von Putz bis Metall

Ist das Äussere eines Gebäudes gepflegt, trägt dies zum Werterhalt bzw. zur Wertsteigerung bei. Um Fassaden von Verschmutzungen zu befreien, stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Bei der Anwendung der jeweiligen Technik muss jedoch immer berücksichtigt werden, mit welcher Oberfläche man es zu tun hat. Nur so lassen sich Beschädigungen vermeiden. Ein Überblick über Techniken und Gesetze.

Effektive Fassadenreinigung von Putz bis Metall

Standard: Reinigung mit Heisswasser und Dampf

Fassaden sind die Aushängeschilder von Gebäuden. Oftmals handelt es sich um grossflächige, kompliziert zusammengesetzte Oberflächen aus verschiedenen Materialien. Über Jahre hinweg äusseren Umwelteinflüssen ausgesetzt, können sich hier Verschmutzungen niederschlagen und auf unterschiedliche Weise die Verwitterung beschleunigen. Für das Entfernen dieser Verunreinigungen haben sich Heisswasser-Hochdruckreiniger aufgrund ihrer hohen Reinigungsleistung bei geringem Wasserverbrauch als effektive, wirtschaftliche Methode bewährt. Mit einer trailerbasierten Variante ist auch autarkes Arbeiten, unabhänig vom Strom- und Wassernetz möglich.

Der Vorteil von Heisswasser-Hochdruckreinigern gegenüber Kaltwasser-Hochdruckreinigern basiert auf zwei Aspekten:

Im Gegensatz zum Kaltwasser-Hochdruckreiniger kann der Anwender bei Heisswassergeräten neben Wassermenge und Druck zusätzlich den Faktor Temperatur variieren. Wird in einem Bereich zwischen 60 und 80 °C gearbeitet, führt dies zu einem deutlich schnelleren Aufbrechen von Schmutzkrusten und Ablagerungen. Öl, Fett und Russ lassen sich somit leichter entfernen. Auch die Tiefenwirkung ist höher, so dass Wurzelrückstände von Moos und Flechten nachhaltiger entfernt werden. Ein Nachwachsen lässt sich so verhindern.

Die Dampfstufe ist ein letzter Kniff beim Einsatz von Heisswasserhochdruckreinigern: Die Wassermenge wird dabei um die Hälfte reduziert, und es tritt bis zu 155 °C heisser Dampf aus. Damit ist eine besonders intensive Reinigung möglich, die selbst hartnäckigen Verschmutzungen wie Farben oder Bitumenanstrichen wirkungsvoll zu Leibe rückt. Der niedrige Arbeitsdruck schont selbst empfindliche Oberflächen.

Vorversuch macht klug:

Richtige Technik wählen, Schäden vermeiden

Egal, welches Fassadenmaterial vorliegt – um die korrekte Technik zu wählen, sollte in jedem Fall vorab auf einer Probefläche umfangreich getestet werden. Ist die Fassade säureempfindlich, zieht sie Wasser? Welches Reinigungsmittel erzielt in welcher Konzentration und Zeit die gewünschte Wirkung? Wer im Vorfeld sorgfältig vorgeht, erreicht das gewünschte Ergebnis und vermeidet Substanzverlust bzw. -abtrag oder andere dauerhafte Schäden durch falsche Reinigungsmittel.

Richtige Technik wählen

Das Material macht's: Reinigung unterschiedlicher Fassadentypen

Verstärkte Wirkung durch Reinigungsmittel

Bei Bedarf kann die Wirkung des Hochdruckreinigers durch ein Reinigungsmittel noch verstärkt werden. In der Anwendung empfiehlt sich die Zweischrittmethode: Zunächst wird das Reinigungsmittel aufgebracht und anschliessend, nach Einhalten der Einwirkzeit, mit Hochdruck abgewaschen. Bei der Auswahl des Reinigungsmittels sollten allerdings sowohl die Beschaffenheit der Oberfläche als auch die gesetzlichen Bestimmungen beachtet werden. 

Natur- und Kunststein gibt es in säureempfindlichen Varianten (Marmor, Dolomit, Travertin, Jura, Solnhofener Platten, kalkhaltige Natur- sowie zementhaltige Kunststeine) und säurebeständigen Varianten (Granit, Schiefer, Ziegel, Fliese, Klinker). Generell lässt sich auch bei Kunst- und Naturstein mit Heisswasserhochdruck oder Dampf arbeiten. Bei säureempfindlichen Oberflächen muss das Reinigungsmittel allerdings alkalisch oder neutral sein. Ausserdem sollte vor Beginn der Arbeiten festgestellt werden, ob der Werkstoff offenporig, also saugfähig ist – wenn dies der Fall ist, sollte vor der Anwendung des Reinigungsmittels vorgewässert werden, da es sonst in das Material eindringt und Schäden verursachen kann. 

Ist die Oberfläche besonders wasserempfindlich oder die Verschmutzung besonders gravierend, beispielsweise ein Graffiti, kann sehr gut mit Trockeneis gearbeitet werden, um schnell und schonend das gewünschte Reinigungsergebnis zu erzielen.

Bei Putzfassaden empfiehlt sich die Verwendung von Heisswasserhochdruck, oft in Kombination mit der Dampfstufe. Das Verfahren ist schonend und erzielt eine sehr gute Reinigungswirkung. Man sollte lediglich nicht zu lange an einer Stelle arbeiten, um Farben nicht anzulösen. Beim Einsatz von Hochdruck hat sich zur Schonung der Oberfläche die Verwendung einer Flachstrahldüse bewährt, da bei korrektem Arbeitsabstand der punktuelle Druck nicht zu hoch wird.

In jedem Fall sollte von oben nach unten gereinigt werden, damit keine sogenannten Läufer entstehen – also Schmutzwassertropfen, die in die bereits gereinigte Fläche gelangen. Die sehr kurzen Trocknungszeiten beider Methoden führen dazu, dass Folgearbeiten direkt im Anschluss durchgeführt werden können. Um Russ und Öle zu lösen, kann man bei Bedarf ein neutrales Reinigungsmittel verwenden. Bei Edelputzen ist der Einsatz eines schwach alkalischen Reinigungsmittels möglich

Holz ist wohl eines der am längsten verwendeten Fassadenmaterialien und erfreut sich bis heute grosser Beliebtheit. Unbehandeltes Holz zeigt schnell Verwitterungserscheinungen; behandeltes Holz wird mit Zusätzen wie Nanopartikeln vor Verwitterung geschützt. Diese Beschichtung muss allerdings regelmässig erneuert werden, um das einheitliche Erscheinungsbild zu erhalten.  

Wer unbehandelten Holzfassaden wieder eine homogene Optik verleihen möchte, kann mit Heisswasser sehr gute Ergebnisse erzielen. Es ist allerdings darauf zu achten, dass die Fassade vollständig geschlossen ist bzw. dahinterliegende Bauteile durch das Wasser nicht beschädigt werden. Auch sollte ein frostsicherer Zeitraum für die Arbeiten gewählt werden, damit das Holz nach der Reinigung ausreichend trocknen kann. Bei robusten Laubholzfassaden haben sich ein Druck von 100 bar sowie eine Temperatur zwischen 60 °C und 80 °C als geeignet erwiesen, bei empfindlicheren Hölzern wie Lärche oder Fichte empfiehlt sich ein Druck von 50 bar.

Um das Reinigungsergebnis zu verbessern, kann bei Holz ein neutrales Reinigungsmittel eingesetzt werden.

Auch Metallfassaden benötigen eine regelmässige Reinigung. Aluminium punktet durch die Bildung einer natürlichen Oxidschicht, die vor Korrosion schützt. Bei eloxiertem Aluminium wird diese Oxidschicht künstlich erzeugt und verstärkt, wodurch das Material besonders widerstandsfähig wird. Allerdings ist die Oberfläche damit chemisch angreifbar, sowohl durch Säure als auch durch Lauge. Um Schäden vorzubeugen, empfiehlt sich der Einsatz von neutralen Reinigungsmitteln. Im Vorfeld sollte ausserdem eine Musterfläche angelegt und Referenzmessungen vor und nach der Reinigung durchgeführt werden.

Bei beschichteten oder lackierten Metallfassaden gilt es vor allem, die sogenannte Kreidung zu entfernen (weisse Flecken durch ausgewaschene Farbpigmente). Um dagegen zu wirken, können Reinigungsmittel mit Schleifzusätzen sowie geeignete Fassadenpads verwendet werden. Die Arbeiten werden manuell oder mit Unterstützung elektrisch betriebener, handgeführter Poliermaschinen durchgeführt. Bei der Reinigung mit dem Hochdruckreiniger sollten Naturhaar- oder Polyamidbürsten (starr oder rotierend) verwendet werden. Durch die grosse Öffnung an der Bürste strömt das Wasser nur in Niederdruck aus. So besteht keine Gefahr, dass das Hochdruckwasser in die hinter der Fassade liegende Isolierschicht eindringt.

Wissen, was Recht ist:

Bestimmungen und Vorschriften

Fassadenreinigungen finden immer im öffentlichen Raum statt, so dass es wichtig ist, sich über die von Ort zu Ort und von Land zu Land variierenden gesetzlichen Bestimmungen und Vorschriften zu informieren. Eine Abwassereinleitung ist in jedem Fall genehmigungspflichtig. Handelt es sich lediglich um Schmutzwasser, kann das Wasser nach einer Filtration eingeleitet werden. Die aufgefangenen Feststoffe sind zu entsorgen. Wurde ein Reinigungsmittel eingesetzt, muss das Wasser aufgefangen, filtriert und neutralisiert werden. Auch hinsichtlich der Verwendung von Strahlmitteln, dem Entstehen von Staub, Lärm oder Abgas sind die entsprechenden Regelungen einzuhalten.

Bestimmungen und Vorschriften

Für besondere Fälle: Partikel und Trockeneis

Partikel- und Trockeneisstrahlverfahren sind willkommene Alternativen zur Hochdruckreinigung, wenn Fassaden nicht zu sehr gewässert werden dürfen oder besonders wassersparende Verfahren vorgeschrieben sind. Auch dann, wenn keine Reinigungsmittel eingesetzt werden dürfen oder es Begrenzungen hinsichtlich der Schmutzwassermenge gibt. Beide Verfahren eigenen sich auch zur Entfernung gravierender Verschmutzungen, beispielsweise Graffitis.

Partikelstrahlverfahren

Beim Niederdruck-Partikelstrahlverfahren wird eine Strahlpistole über einen Baukompressor mit Druckluft versorgt. Zusätzlich werden der Luft in der Mischkammer ein sehr feines, weiches Strahlmittel sowie Wasser für staubbindendes Arbeiten hinzugefügt. Wichtig bei der Auswahl des Strahlmittels ist, dass dessen Mohs'sche Härte und die Korngrösse individuell zur Verschmutzung und der originalen Fassadenoberfläche ausgewählt werden müssen. Das Gemisch aus Luft, Wasser und Strahlmittel tritt an der Düse der Pistole aus, wobei Luftdruck, Wasser- und Strahlmittelmenge individuell regulierbar sind. Auf diese Weise können Oberflächen mit minimaler Abrasion gereinigt werden.

Partikelstrahlverfahren

Trockeneisstrahlen

Für das Trockeneisstrahlen benötigt man ein Strahlgerät, das die Eispellets in einen Druckluftstrahl eindosiert, sowie einen Strahlschlauch mit Pistole und Düse, über die das Luft-Eis-Gemisch auf die Oberfläche gelangt. Hinzu kommt ein Kompressor mit ausreichend Luftdruck und Luftmenge. Für die Reinigungsleistung massgeblich ist vor allem die mechanische Energie.

Die Trockeneispellets, die eine geringe Mohs‘sche Härte (1-2) haben, können mit einer hohen Geschwindigkeit von 150 m/s regelrecht auf die Oberfläche geschossen werden. Unterstützend wirkt die thermische Energie – speziell bei warmen Oberflächen wie zum Beispiel Spritzgussformen –, wenn das gefrorene CO2 mit einer Temperatur von -79° C auftrifft. Infolgedessen wird der Schmutz brüchig und spröde, so dass er sich leicht entfernen lässt. 

Mit dem kaum abrasiven Verfahren lassen sich Öl, Fett, Klebstoffe oder Bindemittel von diversen Oberflächen lösen, empfindliche Oberflächen entschlacken oder auch Farbanstriche von Metall schonend entfernen.

Trockeneisstrahlen

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